Christine Auer: Die Feuerpferde von Sarmantan

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Wissenssteigerung: ♦♦◊◊◊
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Elternvergnügen: ♦♦♦♦◊

Zielgruppe: 8 – 11 Jahre

99 Seiten, gebundene Ausgabe um € 9,95

Themen: Freundschaft, Magie, Pferde, Zauber, Einhorn, Wichtel, Familie

Ein spannender Kinderroman über eine magische Freundschaft!

Lina, ihre Erzfeindin Valerie und deren Bruder Jakob werden von der bösen Zauberin Malaxena in das Kinderbuch „Safyra und das magische Turnier“ entführt. Die Hexe nimmt Jakob gefangen und will ihn erst freilassen, wenn Valerie und Lina ihr einen Portalschlüssel bringen, den sie beim magischen Turnier gewinnen können. Unterstützt von Wichteldame Gwendolin und dem Zauberpferd Safyra stellen sich die zwei Mädchen, die sich langsam anfreunden, der gefährlichen Aufgabe. Die Prüfungen werden von Mal zu Mal schwieriger und konfrontieren die Kinder mit ihren größten Ängsten. Die größte Gefahr erwartet sie jedoch am Schluss: Malaxenas Feuerpferde!

Die Geschichte ist packend und mitreißend, Christine Auer galoppiert geradezu durch das zauberhafte Abenteuer. Die jungen LeserInnen werden das Buch nicht mehr aus den Händen legen wollen, bis Valerie, Jakob und Lina wieder wohlbehalten zuhause ankommen. Die vielen ausdrucksstarken schwarz-weiß Illustrationen von Petra Herberger bieten dem jungen Publikum einen großen Leseanreiz. Für PädagogInnen gibt es auf der Homepage des G&G Verlags Begleitmaterial zum Download (Elfchenanleitung, Lückentexte, etc.). Für Die Feuerpferde von Sarmantan gibt es nicht nur eine klare Empfehlung von mir, sondern auch von meiner buchbegeisterten Tochter, für die dieses Buch eins der besten Bücher aller Zeiten ist.

Die Kinderbuchautorin Christine Auer studierte Psychologie und Jus. 2015 erhielt sie den Dixi Kinderliteraturpreis für ihr Jugendbuchmanuskript Miriam im Sternschnuppenjahr, das 2018 im Obelisk Verlag erschien. Sie lebt in Wien mit ihrer Familie und ihren zwei Katzen.

Ich danke dem G&G Kinderbuchverlag für das Rezensionsexemplar!

Christine Auer. Die Feuerpferde von Sarmantan. Wien: G&G Verlagsgesellschaft, 2018. Illustriert von Petra Herberger.

Frauke Angel und Stephanie Brittnacher: Oma Kuckuck

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Elternvergnügen: ♦♦♦♦♦

Zielgruppe: ab 5 Jahren

34 Seiten, gebundene Ausgabe um € 14,40

Themen: Familie, Demenz, Enkelkind, Oma, Großmutter, Altersheim, Pflege, Großeltern

Ein großartiges Bilderbuch über ein wunderbares Oma-Enkelin-Paar!

Oma Kuckuck wird von ihrer Enkelin heiß geliebt. Sie ist ein bisschen schräg, dafür wird es mit ihr nie langweilig. Oma Kuckuck und ihre Enkelin spielen zum Beispiel nicht normales Memory, sondern sie decken zwei unterschiedliche Bilder auf und erfinden dazu eine Geschichte. Wer gewinnt, wird Memmerkönigin. Doch eines Tages wird Oma Kuckuck vom schrägen Vogel zum verrückten Hühnchen, erkennt ihre eigene Tochter nicht mehr, schreit und tobt. „Es ist so weit“, flüstert Mama. Oma muss ins Altersheim. Die Enkeltochter hat die perfekte Idee, um Oma freiwillig zum Umzug zu bewegen.

Ein wunderbares Bilderbuch, das Kindern hilft, Omas bzw. Opas Umzug ins Altersheim zu begreifen und ihren dementen Verrücktheiten angstfrei zu begegnen. Frauke Angels Ode an die Enkelkind-Großeltern-Liebe ist nicht nur traurig, sondern vor allem witzig und quietschbunt. Die Illustratorin Stephanie Brittnacher hat Oma Kuckuck bezaubernd und würdevoll in Szene gesetzt. So baut sie, zum Beispiel, das Motiv der quadratischen Memory(!)-Kärtchen in jede Doppelseite ein und verwendet die Farben Gelb und Pink, die Farben der Lieblingsspeise von Oma und Enkelin, als Symbol für Omas Liebe und Frohsinn.

Frauke Angel und Stephanie Brittnacher sind echte Memmerköniginnen – und ein Dreamteam! Die Geschichte und Illustrationen von Oma Kuckuck sind genial miteinander verwoben. Stephanie Brittnacher (*1985) ist studierte Kommunikationsdesignerin und arbeitet seit 2013 als freie Illustratorin und Grafikerin in Chemnitz. Die in Dresden lebende Frauke Angel (*1974) ist ausgebildete Schauspielerin und seit 2012 erfolgreiche freie Autorin von Büchern und Hörspielen. Hier meine Empfehlungen ihrer ebenfalls großartigen Bücher Ein eiskalter Fisch (illustriert von Elisabeth Kihßl) und Das tut weh und ist schön.

Ich danke dem Verlag Edition Pastorplatz für das Rezensionsexemplar!

Frauke Angel und Stephanie Brittnacher. Oma Kuckuck. Aachen: Edition Pastorplatz, 2020.

Britta Benke: Wer ist eigentlich dieser Picasso?

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Zielgruppe: ab 6 Jahren

44 Seiten, gebundene Ausgabe mit Leinenrücken und Goldprägung um € 18

Themen: Pablo Picasso, berühmter Maler, Kubismus, spanischer Künstler, Kunst verstehen, Kunstwerke lesen und interpretieren, Kreativ-Workshop, selber Kunst machen, spielen mit Formen und Farben, Museen, Picassos Leben und Werk

Der Kindermann Verlag stellt in seiner Reihe „Kinder entdecken Kunst“ große Künstler vor. Wir haben völlig fasziniert das Buch über Picasso gelesen: Wer ist eigentlich dieser Picasso? von Kunstpädagogin Britta Benke. Ein absolut empfehlenswertes, interaktives und reich bebildertes Buch! Es ist superspannend und kurzweilig, erklärt Picassos Leben, seine Kunst und seine wichtigsten Werke extrem erhellend und regt die LeserInnen ab 6 J. dazu an, selbst interessante Materialien zu sammeln und Kunst zu gestalten.

Britta Benke gelingt es, Picassos Werke zum Leben zu erwecken, seine interessanten Gedankengänge nachzuzeichnen und das junge Publikum für den Ausnahmekünstler zu begeistern. Die Kinder erfahren, was das Besondere an Picassos Werk ist, allerdings in ganz einfacher und unglaublich unterhaltsamer Sprache:

„Ich sehe was, was du nicht siehst, und das ist braun“, schreibt Britta Benke zu Picassos Bild „Drei Musikanten“. „Ein Hundeschatten! Hast du ihn schon entdeckt? Da hat Picasso doch tatsächlich noch einen Hund unter dem Tisch versteckt“ (10).

Die Kids wird vermutlich auch begeistern, welche Unordnung in Picassos Ateliers und Wohnungen herrschte. „Ich brauche dieses wilde Durcheinander für neue Ideen, so wie Picasso!“, wird es ab jetzt heißen. Wunderbar!

Britta Benke, Jahrgang 1960, studierte Kunstgeschichte, Archäologie und Romanistik in Göttingen, Münster und Bonn. Ihr Forschungsschwerpunkt liegt auf Georgia O’Keeffe. Benke ist im Bereich Kunstvermittlung als Dozentin tätig und führt interaktive Mitmach-Lesungen für Stiftungen, Museen und Schulen durch.

Ich danke dem Kindermann Verlag für das Rezensionsexemplar! Die „Kinder entdecken Kunst“-Reihe enthält übrigens noch Bände zu Kandinsky, Matisse und Miró. Aus der Reihe „Poesie für Kinder“ habe ich hier Rainer Maria Rilkes Der Panther, illustriert von Julia Nüsch, empfohlen. Und hier meine Empfehlung des tollen Fabel-Bilderbuchs Äsops Fabeln.

Britta Benke. Wer ist eigentlich dieser Picasso? Berlin: Kindermann Verlag, 2012.

Rogé: Rogers Pommesbude

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Elternvergnügen: ♦♦♦♦♦

Zielgruppe: ab 3 Jahren

36 Seiten, gebundene Ausgabe um € 22

Themen: Hund, Dackel, Pudel, Imbissbude, Pommes, Maiskolben, die Welt, Erfolg, Liebe, Freundschaft, Pate Chinois, Lebensglück

„Roger war ein nachdenklicher Dackel. Seine Gedankengänge waren noch länger als sein laggezogener Hotdog-Körper. Er streifte mit Vorliebe durch die Stadt und machte ich Gedanken zu ungewöhnlichen Themen: ‚Wenn ich einen Hausmenschen hätte, würde ich ihm dann beibringen, Händchen zu geben?“ Roger ist ein echter Träumer, und als vor seiner Schnauze ein paar Kartoffeln aus dem Einkaufwägelchen purzeln, kommt ihm eine geniale Idee: Aus einem alten Zirkuswagen bastelt er sich eine Pommesbude und tingelt fortan höchst erfolgreich durch die Welt. Obwohl Roger, den man nun überall als „Pommeskönig“ kennt, bejubelt wird, erfüllt ihn eines Tages eine Traurigkeit. Er schließt seine Pommesbude und streift durch die Straßen. Da trifft er auf die „Maiskolbenkönigin“, Pudeldame Charlotte… Grande amore, happy end und Bauchweh vor Lachen: hurra!

Wenn ein Künstler namens Rogé ein Bilderbuch über Dackel Roger schreibt, liegt nahe, dass im Vierbeiner einiges vom Zweibeiner steckt. Frage 1: Wer ist eigentlich dieser Rogé? Er ist ein erfolgreicher kanadischer Illustrator, Maler und Autor. Rogé begann seine Karriere als Art Director für eine Werbeagentur, folgte aber einige Jahre später seiner wahren Passion. Für sein umfangreiches Werk erhielt er schon viele Auszeichnungen, darunter den renommierten Governor General Literary Award und den New York Times Award. Er hat zahlreiche Bilderbücher illustriert, Rogers Pommesbude ist jedoch seine erste Publikation im deutschsprachigen Raum. Rogé lebt mit seiner Familie auf den Magdaleneninseln und in Montreal (Quebec). Frage 2: Was verbindet Künstler und Hund? Am Anfang waren Rogé (der Illustrator) und Roger (der Dackel) beide gut im Geschäft: der eine in einer Werbeagentur, der andere als Kartoffelkönig und Imbissbudenkönig. Doch beiden fehlte etwas: die Liebe. Roger (4 Beine) entdeckte in diesem Moment eine erfolgreiche Pudel-Imbissbudenkönigin, Rogé (2 Beine) widmete sich der Kinderbuchillustration. Et voilà: Lebensglück gefunden!

Die Hund-Mensch-Grenzen verschieben sich nicht nur zwischen Künstler und Titelheld, sondern auch in Rogés Illustrationen. Die Hochhäuser in der Stadt ähneln langgezogenen Hundehütten, auch die Wolken haben etwas Dackeliges. Hier lernen die Kids eine fantastischeWelt kennen, in der alles möglich ist. Ein Hund kann eine Imbissbude aufmachen und es mit leckeren Pommes rund um den Globus und sogar ins Fernsehen schaffen. Charlottes Heliumpuffreis lässt einen Bäcker wegfliegen und der Weihnachtsmann, auf Urlaub am Südpol, knabbert mit Pinguinen Pommes. Wenn das alles möglich ist, was kann dann den jungen LeserInnen alles gelingen?

„Man muss die Welt mit Kinderaugen betrachten.“ Dieses Matisse-Zitat steht in Rogers Pommesbude auf einer Einkaufstüte. Diesem Motto hat sich nicht nur Rogé selbst verschrieben, sondern auch seine deutsche Übersetzerin Anne Thomas (*1988). Sie lässt Roger mit „Auwauu!“ schmerzerfüllt aufjaulen, schreibt von „Hund-zu-Mund-Propaganda“ und lässt Charlotte „wie angeleint“ lauschen. Roger bringt seinen Zirkuswagen nicht auf Vordermann, sondern auf „Vorderhund“, und ihm kommt da nicht „Menschenskind“ eine großartige Idee, sondern „Hundekind“. So eine spritzige Übersetzung gelingt nur einer Person, die selbst auch kreativ tätig sind. So verwundert es nicht, dass Anne Thomas, die seit 2013 in Paris als Übersetzerin arbeitet, selbst Theater spielt.

Hund Roger ist nicht nur als Abenteurer in der Welt unterwegs, sondern er macht sich auch auf eine philosophische Reise und sucht nach dem Glück. Dieser Tiefgang ist nicht nur in Rogés Geschichte zu erkennen, sondern auch in seinen wunderschönen Illustrationen und in Anne Thomas gelungener Übersetzung. Ein Buch der Extraklasse für alle Hunde- und Imbissbuden-LiebhaberInnen ab 4 Jahren.

Ich danke dem Kunstanstifter Verlag für das Rezensionsexemplar!

Rogé. Rogers Pommesbude. Mannheim: Kunstanstifter Verlag, 2020. Übersetzt von Anne Thomas. Titel der französischen Originalausgabe: Le Roi de la Patate.

Tomi Adeyemi: Children of Virtue and Vengeance, Flammende Schatten

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Zielgruppe: ab 14 Jahren

496 Seiten, gebundene Ausgabe um € 18,99

Themen: Fantasy-Abenteuer, Krieg, Liebe, Gemeinschaft, Zugehörigkeit, Kulturen, Kampf, Magie, Rituale, Freundschaft, Familie, Rassismus, Macht, Gewalt

Im Juni 2018 ist der erste Band von Tomi Adeyemis Children of Blood and Bone-Trilogie erschienen, Goldener Zorn. Er ist genial, und hier habe ich ihn schon vorgestellt.

Die Trilogie ist entstanden, weil die Autorin Tag für Tag in den Nachrichten sah, wie wehrlose und unschuldige Schwarze in den USA von der Polizei erschossen wurden. Das Schreiben dieser Trilogie gab ihr das Gefühl, etwas im Sinne von #BlackLivesMatter tun zu können. Zusätzlich zur politischen Relevanz ist das Buch auch noch unglaublich spannend, berührend, mitreißend, toll geschrieben und brillant konzipiert.

Zélie Adebola ist die Heldin dieser Young-Adult-Fantasy-Trilogie. Sie lebt in Orisha, einer Monarchie, in der alle Bewohner mit magischen Fähigkeiten, die sogenannten „Maji“, getötet wurden. Ihre Nachfahren, die „Diviné“, deren Magie nicht erweckt ist, erfahren dort Unterdrückung und Hass. Zélie ist eine von ihnen. In Band 1 konnten Zélie, ihr Bruder Tzain und die Königstochter Amari die Magie wiedererwecken, doch leider wurde nicht nur die Magie der Maji freigesetzt, sondern nun haben auch die Monarchie und die Adeligen magische Kräfte. Amaris Bruder Inan und Königin Nehanda versuchen in Band 2 mit allen Mitteln, die Maji auszulöschen. Ein schrecklicher Bürgerkrieg bricht aus.

Tomi Adeyemi wurde 1993 in den USA geboren. Ihre Eltern sind aus Nigeria in die Staaten eingewandert. Erst als Erwachsene habe die Harvard-Absolventin begriffen, wie cool ihre afrikanische Herkunftskultur sei, und ihr Roman sei ein Liebesbrief an die nigerianische Heimat, so die Autorin. Von ihren Wurzeln bzw. der Black Lives Matter-Bewegung ließ sich Adeyemi zum stärksten Fantasy-Debüt der letzten Jahre inspirieren, das direkt auf Platz 1 der New York Times-Bestsellerliste einstieg – und dort sagenhafte 90 Wochen lang blieb. Es eroberte auch die Spiegel-Bestsellerliste. Ich kann es kaum erwarten, bis der dritte Band der Children of Blood and Bone-Trilogie, Legacy of Orisha, erscheint!

Andrea Fischer, die Literaturübersetzen studiert hat, ist bestimmt vielen von euch bekannt, hat sie doch schon über 100 Übersetzungen bei namhaften Verlagen publiziert. In den letzten zwanzig Jahren hat sie u.a. Bücher von Stephen King, Stephenie Meyer, Lori Nelson Spielman, Patricia Cornwell, Mary Kay Andrews und 2020 auch Ryan T. Higgins lustiges SchulanfängerInnenbuch Wir essen keine Mitschüler übersetzt. Als ich ihre Übersetzung von Children of Virtue and Vengeance: Flammende Schatten las, war ich verblüfft, wie gut sie Adeyemis Erzählstimme nachbildete und gleichzeitig einen wunderbar lesbaren deutschen Text schuf. Echt großartig!

Ich danke dem S. Fischer Verlag für das Rezensionsexemplar!

Tomi Adeyemi. Children of Virtue and Vengeance: Flammende Schatten. Frankfurt: S. Fischer Verlag, 2020. Übersetzt von Andrea Fischer.

Smriti Prasadam-Halls und Robert Starling: Gemeinsam sind wir stark, eine gans wahre Geschichte

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Elternvergnügen: ♦♦♦♦♦

Zielgruppe: ab 3 Jahren

32 Seiten, gebundene Ausgabe um € 13

Themen: Freundschaft, Zusammenarbeit, Teamwork, besser als die anderen sein, etwas nur für sich haben wollen, Streit, Zank, Versöhnung, Zusammenleben, Fremdenfeindlichkeit, Fremdenhass, Gemeinschaft, Brexit

Ein lustiges, großartig illustriertes Bilderbuch übers Teilen und Zusammenleben!

Gemeinsam sind wir stark: Eine GANS wahre Geschichte von Smriti Prasadam-Halls mit Bildern von Robert Starling erzählt von den Gänsen und Enten, die auf einer kleinen Insel bei einem Bauernhof leben und zusammen mit den anderen Tieren den Hof bewirtschaften. Eines Tages beschließen sie, die Insel nur für sich haben zu wollen und reißen die Verbindungsbrücke ab. Alleine scheint das Leben viel schöner zu sein, mit den anderen war es so überfüllt und laut. Doch das Leben alleine ist kalt – und gefährlich! Als die Füchse einfallen, werden die Gänse und Enten von den anderen Bauernhoftieren gerettet. Mit vereinten Kräften werden die Verbindungsbrücke und die verwüstete Insel wiederaufgebaut: Gemeinsam ist man eben stark!

Ein humorvolles Bilderbuch über Freundschaft, Gemeinschaft und das Teilen – oder über Fremdenfeindlichkeit und den Brexit? Jedenfalls: ENTE gut, alles gut!

Die in Südindien geborene Smriti Prasadam-Halls kam mit zwei Jahren nach Großbritannien. Sie studierte Geschichte und Englisch in Liverpool und arbeitete u.a. fürs BBC-Kinderfernsehen (u.a. für Bob den Baumeister und den Grüffelo), bevor sie 2012 freie Autorin wurde. Ihre erfolgreichen Kinderbücher wurden bereits in 30 Sprachen übersetzt. Sie lebt mit ihrem Mann, drei Kindern und dem Hausdrachen Doris in London.

Robert Starling ist ein begnadeter, britischer Illustrator. Er hat bislang vier großartige, humorvolle, ausdrucksstarke Kinderbücher gestaltet. Seine Illustrationen verleihen Smriti Prasadam-Halls tiefgründiger Geschichte eine große Portion Komik und Gefühl!

Ich danke dem Thienemann-Esslinger Verlag für das Rezensionsexemplar!

Smriti Prasadam-Halls und Robert Starling. Gemeinsam sind wir stark: Eine gans wahre Geschichte. Stuttgart: Thienemann-Esslinger Verlag, 2020. Übersetzt von Sylvia Tress. Titel der Originalausgabe: The Little Island.

Frauke Angel: Das tut weh und ist schön

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Humor: ♦♦♦♦◊
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Elternvergnügen: ♦♦♦♦♦

Zielgruppe: ab 11 Jahren

176 Seiten, gebundene Ausgabe um € 15

Themen: Familie, Freundschaft, Krebs, Tod, Krankenhaus, Krankheit

Ein großartiger Roman über Freundschaft, Familie und Krebs!

Hedi und Richard teilen ein Schicksal: Sie haben beide an Krebs erkrankte Mütter. In Frauke Angels Das tut weh und ist schön erzählen sie uns, wie sich ihr Leben seit der Diagnose entwickelt hat. Zusammen finden sie neuen Lebensmut und Stärke.

Meine Kinder und ich haben schon oft über Krebs gesprochen, nicht weil ich selbst betroffen wäre, sondern weil ich sie vorbereiten möchte. Denn irgendwann wird irgendein Familienmitglied oder ein(e) FreundIn betroffen sein, und dann möchte ich, dass sie gerüstet sind, dass sie eine Vorstellung haben, was Krebs ist und wie sich damit das Leben verändert, dass viele ihrer Fragezeichen schon einmal angesprochen wurden. Mit seinem Humor und seiner positiven Ehrlichkeit ist dieses Buch auch ein wundervoller Anker für Kinder und junge FreundInnen von Krebserkrankten, ein Leitfaden in turbulenten Zeiten, der nicht nur erhellend, sondern auch unterhaltsam ist. Wir haben unglaublich viel gelacht beim Lesen des Buches, die Figuren haben uns angerührt, es sind auch viele Tränen geflossen, aber so ist das mit schweren Erkrankungen, selbst in all der Traurigkeit und dem Schmerz liegen unschätzbar wertvolle Momente, es tut eben weh und ist schön.

Dieses Buch ist nicht nur für Kinder und Jugendliche gedacht, sondern nimmt auch Erwachsenen die Scheu vor der Krankheit, die Scheu davor, nachzufragen wie es der Patientin / dem Patienten und seinen Angehörigen geht, die Scheu davor hinzusehen und hinzugehen. Selbst krebserfahrenen Menschen tut dieser Roman gut. Es ist heilsam, über alte Wunden nachzudenken und sich wiederzufinden, etwa wenn Hedi ihrer Mutter, einem übers Klo gebeugten Häufchen Elend, die Haare aus dem Gesicht streift. Lest einfach alle dieses wunderbare Buch (vor), es bereichert ungemein!

Die in Dresden lebende Frauke Angel (*1974) ist ausgebildete Schauspielerin und seit 2012 freie Autorin. Hier habe ich ihr ebenfalls großartiges Buch Ein eiskalter Fisch (illustriert von Elisabeth Kihßl) vorgestellt.

Ich danke dem Jungbrunnen Verlag für das Rezensionsexemplar!

Frauke Angel. Das tut weh und ist schön. Wien: Jungbrunnen Verlag, 2020. Gedruckt und gebunden in Österreich. Gerne im lokalen Buchgeschäft zu erwerben.

Kenneth Oppel: Bloom. Die Apokalypse beginnt in deinem Garten

Leselevel: ♦♦♦♦◊
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Gefühl: ♦♦♦♦◊
Elternvergnügen: ♦♦♦♦♦

Zielgruppe: ab 12 Jahren

345 Seiten, gebundene Ausgabe um € 16,95

Themen: Familie, Freundschaft, Allergien, Teenagerleben, Schule, Highschool, Pflanzen, Alien Invasion, Außerirdische, Botanik, Thriller, Horror, Apokalypse

Angriff der Killerpflanzen!

Anaya, Petra und Seth leiden unter echt heftigen Allergien und gehen zusammen zur Highschool. Nach tagelangen, starken Regenfällen tauchen überall auf der Welt schwarze Pflanzen auf, die alles überwuchern und in der Bevölkerung nicht nur Panik, sondern auch noch Allergien auslösen. Gleichzeitig werden die drei Teenager ihre Allergien schlagartig los, und sie entwickeln sogar ungeahnte Kräfte. Als Anaya, Petra und Seth mehrere SchulkollegInnen auf dem Sportplatz vor den fleischfressenden Grubenpflanzen retten, wird der Geheimdienst auf sie aufmerksam und beginnt zu ermitteln. Können drei junge Leute die schreckliche Pflanzeninvasion stoppen, an der das Militär und die Polizei weltweit scheitern?

Bloom: Die Apokalypse beginnt in deinem Garten ist der rasante erste Band der Bloom-Trilogie von Erfolgsautor Kenneth Oppel. Obwohl noch zwei Bände folgen werden, ist Band 1 in sich geschlossen und lässt einen zufrieden, ohne nervigen Cliffhanger, zurück. Definitiv beide Daumen nach oben für dieses spannende Jugendbuch, das perfekt in die Coronazeit passt. Etwas Schreckliches bedroht den ganzen Planeten: Das nenn ich aktuell!

Kenneth Oppel (*1967) ist ein kanadischer Kinder- und Jugendbuchautor, dessen Fantasy- und Science-Fiction-Bücher vielfach ausgezeichnet und übersetzt wurden. Er lebt mit seiner Frau Philippa, einer Shakespeare-Professorin, und drei Kindern in Neufundland.

Inge Wehrmann hat den Roman großartig aus dem kanadischen Englisch übersetzt. Ihr ist es zu verdanken, dass sich das Buch so flüssig, realistisch und mitreißend liest. Vor allem die Stimme, die sie Mister Riggs verliehen hat („Heidewitzka“, „Schurken“,…), fand ich wahnsinnig lustig. Gerade letzte Woche habe ich ein extrem schlecht übersetztes Naturbuch in Händen gehalten, das von der ersten bis zur letzten Seite voller englischer Begriffe war (es war ein “Survival-Guide”, grins). Jedenfalls ist es dann eine wahre Wohltat, wieder so ein richtig gut übersetztes Buch zu lesen. Danke, Inge Wehrmann!

Ich danke dem Verlag Beltz & Gelberg für das Rezensionsexemplar.

Kenneth Oppel. Bloom: Die Apokalypse beginnt in deinem Garten. Weinheim: Beltz & Gelberg in der Verlagsgruppe Beltz, 2020. Übersetzt von Inge Wehrmann. Englischer Originaltitel: The Bloom Trilogy.

Will Gmehling: Freibad – Ein ganzer Sommer unter dem Himmel

Leselevel: ♦♦♦♦◊
Wissenssteigerung: ♦♦♦◊◊
Humor: ♦♦♦♦◊
Spannung: ♦♦♦♦♦
Gefühl: ♦♦♦♦♦
Elternvergnügen: ♦♦♦♦♦

Zielgruppe: ab 9 Jahren

160 Seiten, gebundene Ausgabe um € 14

Themen: Familie, Freundschaft, erste Liebe, Freibad, Sommer, Ferien, Mut, Sprung vom Zehnmeterturm, Französisch lernen, kraulen, schwimmen lernen, Verbotenes tun, Mutprobe

Ein geniales Sommerbuch, unbedingt lesen!!!

Es gibt sie, diese ganz besonderen Bücher, in die man sich mit einem Kopfsprung stürzt und aus denen man einen gefühlten Augenblick später auf der letzten Seite wieder auftaucht, zutiefst beglückt und auch ein wenig traurig darüber, dass man sich nun von den ProtagonistInnen trennen muss. Will Gmehlings Freibad ist eines dieser bombastischen Bücher voller Humor und Gefühl: die perfekte Sommerlektüre für Jungs und Mädchen ab 9 Jahren.

Die Bukowski-Geschwister, das sind Alf, 10, Katinka, 8 und Robbie, 7, retten im Hallenbad ein Kleinkind vor dem Ertrinken und bekommen zur Belohnung eine Jahreskarte fürs Freibad. Wenn die Mama in der Bahnhofsbäckerei arbeitet und der Papa Taxi fährt, wenn Zuhause aus drei Zimmern besteht, dann sind sie ein Hammergeschenk, diese 100 Tage voller Abenteuer und Mutproben, voller Zuneigung und (erster) Liebe, voller Pommes und Mayo!

Ein ganzer Sommer unter dem Himmel, der die Kinder wachsen lässt. Alf grübelt nach über den anstehenden Schulwechsel, die schöne Bademeisterstochter und den anvisierten Sprung vom Zehnmeterturm. Seine Schwester Katinka, mutig und stark, will 20 Bahnen Kraul am Stück schaffen und lernt auf der Liegewiese Französisch, weil sie doch so für Paris schwärmt. Und dann gibt es noch den Jüngsten, Robbie, der nicht so wie andere Kinder ist, gerne schweigt und träumt. Er soll richtig schwimmen lernen. Während sich die Kinder ihren Grenzen stellen, begegnen sie interessanten Menschen (vom Fußballstar bis zum Obdachlosen) und erobern die Herzen vieler – auch die der LeserInnen.

„Und du, Robbie?“, fragte Mama. „Was wird aus dir, wenn das Freibad zumacht?“

„Weiß nicht“, sagte er. „Mal sehen. Irgendwas wird ja andauernd.“

Wir guckten ihn an, Mama, Papa, Katinka und ich. Wir liebten ihn so sehr, unseren Robbie. Weil er so Sachen sagte, die man nicht richtig verstand. Und weil er manchmal wie eine Katze irgendwohin guckte, obwohl da eigentlich nichts war (148-149).

Ein wirklich sensationelles Buch, unbedingt lesen!!!

Will Gmehling (*1957) war lange Zeit Maler. Das erklärt, warum er den Schauplatz Freibad so großartig einfangen konnte: Morgens anzukommen, und übers spiegelglatte Becken zu blicken, barfuß durchs feuchte Gras zu gehen, die funkelnden Muster der Sonne am Poolboden zu beobachten, Pommes mit Mayo am Kiosk zu kaufen, den regennassen Rutschenglanz zu genießen, die Haut im warmen Wind trocknen zu lassen bis sie spannt, die Abendsonne im Rücken zu spüren, wenn man heimgeht. (Sorry, bin kurz abgeschweift. Zurück zu Will Gmehling:) Sein erstes Kinderbuch heißt Tiertaxi Wolf & Co. Der Yeti in Berlin wurde in viele Sprachen übersetzt. Im Peter Hammer Verlag erschienen zuletzt Chlodwig (illustriert von Jens Rassmus), und das ist ebenso genial wie Freibad. Hier habe ich es vorgestellt. Freibad war übrigens für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2020 nominiert. Will Gmehling hat zwei Kinder und lebt in Bremen.

Das Beste zum Schluss: Man muss gar nicht traurig sein, wenn man die letzte Freibad-Seite liest. Im August 2020 wird eine Fortsetzung erscheinen (Nächste Runde) und die Bukowski-Geschwister verfolgen ihre Träume weiter: Erzähler Alf das Boxen, die taffe Katinka das Modellleben in Paris und Robbie wird – wie immer – alle überraschen. Die Bukowskis, eine Familie, die für einander da ist und sich so viel Freiheit und Liebe schenkt, wie man braucht, um stark genug zu sein für alles, was kommt.

Ich danke dem Peter Hammer Verlag für das Rezensionsexemplar.

Will Gmehling. Freibad: Ein Sommer unter dem Himmel. Wuppertal: Peter Hammer Verlag, 2019. Umschlaggestaltung: Birgit Schössow.

Kristina Dumas und Ina Worms: Streiten für Anfänger

Leselevel: ♦♦♦◊◊
Wissenssteigerung: ♦♦♦♦♦
Humor: ♦♦♦♦◊
Spannung: ♦♦♦♦♦
Gefühl: ♦♦♦♦♦
Elternvergnügen: ♦♦♦♦♦

Zielgruppe: ab 5 Jahren

32 Seiten, gebundene Ausgabe um € 14,95

Themen: Streiten, Zanken, Versöhnen, Vertragen, Sachbuch über Konflikte , Streithähne, Tiere, Geschichte, Zoff

Ein Wundermittel gegen Streitereien!

Dieses Sachbuch für Kinder ab Jahren beschäftigt sich mit dem Streiten und Vertragen. In jedem Haushalt fliegen mal die Fetzen, doch warum geraten wir eigentlich ständig aneinander und wie kann man sich „richtig“ streiten und versöhnen? Streiten für Anfänger: Ein Buch übers Zanken und Vertragen beschäftigt sich mit diesen Fragen und klärt noch viele weitere: Wie stritten sich Ritter und Cowboys? Zanken sich auch Tiere? Was passiert, wenn sich Menschen nicht einigen können? Hier gibt es viel zu entdecken!

Während man über die lustigen, detailreichen Illustrationen von Ina Worms kichert, lernt man aus den schlauen und unterhaltsamen Texten von Kristina Dumas, wie man „gut“ streitet und sich wieder verträgt. Und wenn’s dann Zuhause mal kracht, kann man dieses Buch aus dem Regal fischen, sich die Streithähne schnappen und über die witzigen Geschichten und spannenden Streitbeispiele reden. Bis zur letzten Seite sollte dann eine Lösung des Streits möglich sein, denn in diesem tollen Sachbuch stecken viele gute Tipps und brauchbare Vorschläge.

Die Kinderbuchautorin und Journalistin Kristina Dumas und die Illustratorin Ina Worms haben schon mehrmals zusammengearbeitet. Streiten für Anfänger ist eine Fortsetzung ihrer erfolgreichen gemeinsamen Buchreihe Aufräumen für Anfänger, Einschlafen für Anfänger und Manieren für Anfänger. Streiten für Anfänger ist übrigens auf Antolin gelistet.

Ich danke dem Annette Betz Verlag sehr herzlich für das Rezensionsexemplar.

Kristina Dumas und Ina Worms. Streiten für Anfänger: Ein Buch übers Zanken und Vertragen. Berlin: Annette Betz in der Ueberreuter Verlag GmbH, 2020.